Projektwoche 2017

Kräuterhexen am Leisebach in Beddelhausen

Für 20 Schüler, ihren Lehrer Clemens Urban und zwei Begleiter, ging es im Juli vor den Sommerferien für eine Woche in die freie Natur. Im Rahmen der Projektwoche befasste sich das Projekt „Kräuterhexen“ mit Suchen, Finden und der Anwendung von Wild-Kräutern. 
Am Montag besuchten die „Kräuterhexen“ die „Gärtnerei am Leisebach“ in Beddelhausen.

Plötzlicher Regen ließ die Gruppe das geplante Picknick in die Scheune der Gärtnerei verlegen. Gestärkt führte anschließend der Inhaber Marcus Wengler, eher bekannt als „Theo“, die Schüler durch die Gewächshäuser. Neben Salbei & Co. probierten sie Gurken direkt von der Pflanze, Möhren aus der Erde und erfuhren so einiges rund um den Anbau von Gemüse. Für alle Leser, die bei dem Projekt nicht dabei waren, steht der Ab-Hof-Verkauf freitags offen. Zum Leidwesen des Inhabers konnten die Schüler die Entwicklungsstadien des Kartoffelkäfers beobachten.

Die mitgebrachten Kräuter, Lavendel, Salbei und Zitronenverbene, wurden getrocknet und mit den bereits gesammelten Brennnesseln, der Schafgabe, dem Spitzwegerich und dem Johanniskraut bei der Präsentation als Tee angeboten.

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Kulturelle Vielfalt aus aller Herren Länder

„Mit Abraham auf dem Weg“, das stand am Mittwoch über einer multireligiösen Schulfeier in der Berleburger Ludwig-zu-Sayn-Wittgenstein-Schule. Vorbereitet wurde die Feierstunde, zu der sich alle Schülerinnen und Schüler im Foyer der letzten verbliebenen Wittgensteiner Hauptschule versammelt hatten, von der Fachschaft „Religion“. Die Religionslehrerinnen und Pfarrer Henning Debus, der hier ebenfalls Religion unterrichtete, hatten sich als Verstärkung für die Vorbereitung Aynur Akpinar dazu geholt. Die Muslimin gehört zum Lehrerkollegium der Hauptschule.

Kurz vor Beginn der Sommerferien war das der Abschluss der Projektwoche „Kulturelle Vielfalt aus aller Herren Länder“. Die Vielfalt der Wittgensteiner Hauptschule spiegelt sich auch darin wider, dass von den 370 Schülerinnen und Schülern Pi mal Daumen ein Zehntel muslimischen Glaubens sind. Interessanterweise sah man das auch in der Gruppe „Jüdisches Leben in Berleburg“. Dieses gibt es heute nicht mehr, aber es gibt Erinnerungen daran: der jüdische Friedhof am Berlebach, die Stolpersteine, die im Stadtgebiet an die jüdischen Berleburger erinnern, die während der Nazi-Zeit deportiert wurden oder fliehen mussten. Christen und Muslime gehörten jetzt zu der Gruppe, die sie sich selbst ausgesucht hatten. Beherzt entfernten sie unter fachkundiger Anleitung von Berleburgs Stadtarchivarin Rikarde Riedesel die Pflanzen, die die Gräber am Berlebach zuwucherten, außerdem schrubbten sie mit Eifer und Achtung die Grabsteine, die mit unseren lateinischen, aber auch mit hebräischen Buchstaben an die Berleburger Juden erinnern, die hier begraben liegen. Danach war die Projektgruppe unterwegs, um die Stolpersteine zu putzen. Die in den Boden eingelassenen Betonwürfel mit einer Kantenlänge von je 10 Zentimetern und einer Messingplatte auf der Oberseite benennen vor den letzten Berleburger Wohnhäusern der Juden deren Namen und umreißen in wenigen Worten und Zahlen von deren Lebensgeschichten. Die jungen Leute putzten auch den Stolperstein für Grete Stern, eine Wittgensteiner Altersgenossin von ihnen aus einer ganz, ganz anderen Zeit: geboren 1930, deportiert nach Theresienstadt 1942, ermordet in Auschwitz 1944.

Das war nur eine von insgesamt 18 Gruppen, die allesamt am Mittwoch in der Schule ihre Projekte vorstellten - und die kulturelle Vielfalt zeigte sich in vielen Dingen: In der Projektwoche ging es natürlich um die internationale Küche allgemein, aber im Speziellen auch um selbstgemachte Marmeladen aus aller Welt, es ging um Spiele, Sportarten, Märchen, Maler und Tänze aus aller Herren Länder, es ging um Römer, Germanen, Kelten als die Ursprünge deutscher Kultur und um kulturhistorische Wanderwege in Wittgenstein. Und selbst das ist jetzt nur eine Auswahl.

Nachdem alle die Chance genutzt und sich über die Projekte der Anderen informiert hatten, stand die erste multireligiöse Schulfeier in Bad Berleburg an - Abraham war da als Thema natürlich die perfekte Wahl für diese Schulgemeinde. Denn auch wenn er im Islam Ibrahim heißt, so macht Wikipedia deutlich: „Da sich sowohl Judentum, Christentum als auch Islam auf Abraham als ihren Stammvater beziehen, bezeichnet man sie auch als die drei abrahamitischen (Welt-)Religionen.“ Die außerdem allesamt nur an den einen Gott glauben. Mit Worten aus dem ersten Buch Mose und aus der 37. Sure brachte Henning Debus seinen Zuhörerinnen und Zuhörern Abraham näher, in einem Anspiel zeigten Jana, Luca, Josef und Tom, wie Gott sagte: „Abraham, verlass dein Land und deinen Stamm.“ Henning Debus übersetzte für die Jugendlichen: „Leben ist immer Leben im Aufbruch.“ Das mache Angst, das berge Verunsicherung und da stelle sich die eine entscheidende Frage: „Woher nehmen wir Menschen unseren Mut?“ Die entscheidende Antwort darauf gebe die Bibel genau wie der Koran: „Gott ist bei uns!“ Am Ende stand die Schulgemeinde auf. Zunächst betete Henning Debus das Vaterunser, dann beteten der zwölfjährige Mohamad aus Bad Laasphe und die ein Jahr ältere Marwa aus Elsoff die Al-Fatiha, die erste Sure des Korans. Die einen beteten mit Henning Debus und endeten mit Amen, die Anderen beteten mit Marwa und Mohamad und endeten mit Amin. Und beide Seiten hörten einander beim Beten zu. Die Wenigen, die schwätzen, waren wahrscheinlich welche, die weder mit dem einen noch mit dem anderen etwas anzufangen wussten.

Quelle: Herr Gesper

Putzen der Stolpersteine in Bad Berleburg
Stolperstein-Putzen: Vorher
Stolperstein-Putzen: Nachher

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