Musik

Rap-Theater „ZugZwang“ in der Ludwig-zu-Sayn-Wittgenstein-Schule

Mit Spannung erwarteten die Klassen acht bis zehn der Ludwig-zu-Sayn-Wittgenstein-Schule in der letzten Woche die Akteure des „Jungen Apollo Siegen“ unter der Leitung von Werner Hahn in der Aula der Hauptschule.

Im Vorfeld der Rap-Revue war der Regisseur regelmäßig im Wahlpflichtunterricht zu Gast und probte intensiv und leidenschaftlich mit den Schülerinnen und Schülern Alessandro Karagiavouridis,  Annika Hof, Vincenz Römer, Tamina Hoffmann und Robin Klau für den großen Auftritt.

Unfassbar für das Publikum, mit welchen Wortgefechten und Taten ihre eigenen Mitschüler die Gäste des Apollo-Theaters bei der Aufführung unterbrechen. Die gespielten Figuren provozieren, polarisieren, schreien laut politische Parolen heraus und verteilen Flugblätter … was geht ab?

Irritationen im Saal, ungläubige Gesichter.

Endlich wird der Spuk von Werner Hahn, dem Regisseur unterbrochen und  Rapper D.K. (Mohammed EL-Chartouni) und Moderator Peter von Krusefeld (Karsten Burkhardt) beginnen mit  ihrem Auftritt.

Welten prallen aufeinander: Während der Moderator Krusefeld sich unaufhörlich darum bemüht, eine gelungene Veranstaltung zu präsentieren, schallt der Rap mit verachtenden, herben Sprüchen durch den Saal. Die Lehrer bekommen den Auftrag mal wegzuhören – das ist eben Jugendkultur.

Auch Najib El-Chartouni (Gonzales) und Ibrahim El-Chartouni (Speedy) wirbeln mächtig über die Bühne. „Im Zentrum stand natürlich die Musik, an der tatsächlich auch Menschen, die beim Thema Rap normalerweise nicht unbedingt die Ohrmuscheln bis zum Anschlag öffnen, Freude haben können.“

Die kontrastierende Darstellung von Rap und altem Schlager wirft Fragen auf, regt zum Nachdenken an über Einstellungen, die die ganze politische Bandbreite abdecken. Die guten Darsteller, die überzeugend sangen, rappten, tanzten, bringen die inneren Selbstzweifel ihrer Figuren gut rüber und verkörpern ihre Angst vor dem Scheitern in der modernen Welt und ihren eigenen Ansprüchen.

Begeisterung bei den Gästen erzeugte auch der von der Band „Fläshmob“ kreierte Sound, der so vielfältig und bunt erschien.

Im gut moderierten Nachgespräch mit Werner Hahn und den Bühnendarstellern wurde die herbe Sprache reflektiert, die Akteure thematisierten ihre eigenen Zweifel hinsichtlich der Nutzung des Vokabulars.

Großes Interesse erzeugte Najib Chartouni, der seinen ehemaligen Lehrer Jörg Hoffmann in Bad Berleburg wieder begegnete, der sehr emotional von seinem Werdegang nach dem Hauptschulabschluss berichtete und bereitwillig Autogrammwünsche begeisterter Schülerinnen und Schüler erfüllte.

Die Inszenierung, die vom NRW-Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport, von „Vielfalt und Zusammenhalt“ Siegen-Wittgenstein und dem Kultursekretariat NRW Gütersloh gefördert wird, ist eine Rap-Revue, die den Schülerinnen und Schülern ihre Lebenswirklichkeit vor Augen führt und „älteren Semestern“ Einblicke in die Jugendkultur gewährt.

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